Geschichte unserer Kirche - Teil III

In den ersten beiden Teilen unseres geschichtlichen Rückblicks haben wir kurz zwei Persönlichkeiten betrachtet, die in der Geschichte unserer EmK eine herausragende Stellung einnehmen: John Wesley und Jacob Albrecht. Heute will ich unseren Blick auf die Vorgeschichte des Werdegangs unserer Kirche lenken, besonders die Entstehung des ungewohnten Namens Methodisten.

Im Jahr 1729 übernahm John Wesley die Leitung eines Clubs junger Studenten, die in der Universitätsstadt Oxford durch ein besonders frommes Leben aufgefallen waren. Sie lebten sehr diszipliniert, d.h. sie hatten ihren Alltag nach genauen Regeln strukturiert. Ihr Ziel war, sich Gottes Wohlgefallen zu verdienen. Deshalb trafen sie sich regelmäßig zum Bibellesen, beteten miteinander und feierten häufig das Abendmahl. Neben Bewunderung zogen sie jedoch auch bald Hohn und Spott auf sich. Manche Spitznamen sind überliefert, etwa "heiliger Club", "Bibelmotten", "Sakramentierer" und eben "Methodisten", weil sie nach Ansicht außenstehender Betrachter bestimmte Methoden, fromm zu sein, praktizierten.

Dieser Name war in den Köpfen und tauchte auch nach etwa 10 Jahren wieder aus der Versenkung auf, als John Wesley, sein Bruder Charles Wesley und die Männer der früheren Oxforder Studentengruppe eine Art Reformation in England auslösten. Die damals Mächtigen fühlten sich schmerzhaft getroffen. Immer mehr Kirchentüren wurden den methodistischen Verkündigern aus Neid oder Angst - wir wissen es nicht genau - verschlossen. Wesley und seine Männer - die Methodisten - predigten unter freiem Himmel vor großen Zuhörerscharen.
Am 12. Mai 1739 wurde in Bristol der Grundstein zur ersten Kapelle gelegt.


Klaus Wagner

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