Geschichte unserer Kirche - Teil VI

Sie erinnern sich: Die heutige Evangelisch-methodistische Kirche entstand aus zwei „Quellflüssen“, nämlich „Evangelische Gemeinschaft“ und „Methodistenkirche“. Wie waren die Anfänge in Deutschland?

Betrachten wir heute zuerst die ältere, das ist die methodistische Quelle.

1806 war der Schwabe Christof Gottlob Müller, ein Metzgergeselle, nach England ausgewandert. Dort fand er zum Glauben und wurde Mitarbeiter bei den Methodisten. Wenn er nach Hause kam, erzählte er von seinen Glaubenserfahrungen. Seine Zuhörer bedrängten ihn, doch in Deutschland zu bleiben. Er wollte nicht. Auf Bitten der britischen Kirchenleitung ging er 1832 zurück nach Winnenden/Württ.. Er nahm sich vor, innerhalb der evangelischen Landeskirche eine Gemeinschaft gläubiger Menschen aufzubauen. Großer Widerstand entzog den Gläubigen dann aber die Heimat innerhalb der Landeskirche.

Neben dieser englischen Mission gab es auch noch zwei amerikanische Wirkungslinien. Auswanderer in den USA berichteten in Briefen über ihren Glauben nach Deutschland. Von dort kam dann der Wunsch, methodistische Prediger nach Deutschland zu schicken. Als erster wurde der deutsch sprechende Ludwig Sigismund Jakoby ausgesandt. Am 23. Dezember 1849 hielt er in Bremen seine erste Predigt. 1850 wurde die erste methodistische Sonntagsschule auf deutschem Boden gegründet.

Fast zur gleichen Zeit kehrte Erhard Wunderlich in seine sächsische Heimat zurück. Das väterliche Gut Rüßdorf war nun der Ausgangspunkt der Bewegung in Sachsen-Weimar. Von Württemberg, Bremen und Sachsen breitete sich die Bewegung in Deutschland segensreich aus.


Klaus Wagner

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