Dieses Wochenende durfte ich als Nachrücker zum ersten Mal an einer regulären SJK in Gerlingen teilnehmen. Der offizielle Nachbericht folgt noch, aber ich möchte euch schon jetzt ein bisschen mit in diese zwei Tage hineinnehmen und meine ganz persönlichen Eindrücke mit Euch teilen.

Ich war echt gespannt und auch ein wenig unsicher, was mich erwartet. Viele Themen waren für mich neu, vieles noch ungewohnt – aber zwischen den „langjährig erfahrenen“ Konferenzmitgliedern Martin Großhans und Joris Brombach sitzend war keine Frage unpassend oder zu kompliziert und ich habe stets fundierte Antworten zugeflüstert bekommen. Damit war es kein Problem auch Themen zu folgen, die ich bisher noch nicht kannte und einschätzen zu können, wie ich abstimme. Die Einblicke, die ich in Organisation und Politik unserer Kirche bekommen habe waren recht spannend.

Was mich begeistert hat, war die unglaublich professionelle Organisation der Konferenz. Alles war super geplant, nachvollziehbar strukturiert und geprägt von einem wertschätzenden Umgang miteinander. Relevante Entscheidungen wurden nicht einfach „durchgewunken“, sondern in sinnvollen, transparenten demokratischen Prozessen besprochen und getroffen.

Und die hervorragende Versorgung mit Kaffee, Kuchen und leckerem Essen hat ihren Teil dazu beigetragen, dass es uns an nichts gefehlt hat (neben anderen hat sich Kurt Junginger in der Küche engagiert – so gut hat es auch geschmeckt).

Besonders im Gedächtnis bleiben mir drei Dinge:

  1. Ein bewegender Moment war für mich die Diskussion und der Beschluss zur Unvereinbarkeit eines Engagements in unserer Kirche mit extremistischen Parteien. Es wurde dazu sehr intensiv und durchaus kontrovers diskutiert. Am Ende stand ein klares und sehr deutliches Votum für den Antrag. Das hat mir gutgetan und zeigt, dass wir als Kirche einen Haltung zu aktuellen Fragen in unserer Gesellschaft haben und diese auch zeigen.
  1. Mich hat beeindruckt, wie viele Menschen – hauptamtlich wie ehrenamtlich – hier ihre Perspektiven einbringen. Es gibt Raum und Rahmen um vor dem Plenum zu sprechen, Fragen zu stellen, Kritik zu äußern und die eigene Meinungen zu vertreten. Ich finde das ist echt wichtig und zeigt die Verbundenheit aller Beteiligten zu unserer Kirche und ein gemeinsames Interesse an einem fairen Umgang – auch wenn es in der Sache durchaus inhaltliche Differenzen gibt.
  1. Ein weiteres Highlight war für mich der Abschluss des Change-Prozesses der vergangenen Jahre. Ein anstrengende Weg, der mit vielen Herausforderungen, intensiven Diskussionen und auch nicht immer einfachen Entscheidungen verbunden war für diejenigen, die ihn begleitet haben. Ganz viele haben sich hier mit großem Einsatz, viel Zeit und hoher Professionalität für die Zukunft unserer Kirche engagiert, Wandel angestoßen und aktiv begleitet. Diese Leistung wurde ausführlich gewürdigt. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Verantwortung geht nun weiter – hinein in die Gemeinden vor Ort. Ich nehme aus diesem Moment vor allem einen Dank gegenüber allen Beteiligten mit. Und ein ganz großes Vertrauen in die Früchte die die Saat nun bringen kann mit.

Neben allen inhaltlichen Themen habe ich es sehr genossen, viele liebe Menschen wiederzusehen. Menschen, die mich in meiner Jugend und als junger Erwachsener begleitet haben und mit denen ich viele wertvolle Erinnerungen teile. Es gab zwischen den Sitzungen immer wieder Zeit für Gespräche, für gemeinsames Lachen und schönen Austausch – und das war für mich etwas ganz Besonderes.

Übrigens: Gemeinsam mit Martin Großhans wurde ich gestern für das kommende Konferenz-Jahrviert in die SJK zugewählt. Ich freue mich sehr auf die kommenden vier Jahre in dieser Rolle.

Diese Zuwahl gibt es, um das Verhältnis zwischen Ehrenamtlichen und Pastor:innen paritätisch auszugleichen und wir haben diese Möglichkeit genutzt. Das gibt uns als Bezirk Nordbaden die Möglichkeit im Oktober weitere Personen als Bezirks-Delegierte zu wählen.

Wenn also jemand vom Bezirk Nordbaden Interesse hast, selbst einmal tiefer in die Kirchenpolitik und übergeordneten Entscheidungen einzutauchen und in diese Arbeit hineinzuwachsen: Sprich gerne einen der aktuellen Delegierten oder der Hauptamtlichen an. Bis Oktober ist noch etwas Zeit.

Inzwischen ist die SJK zu Ende gegangen und ich freue mich mich auf den morgigen Konferenzgemeindetag mit weiteren schönen Begegnungen und Momenten.

PS: Auf dem Gruppenbild Bild sind alle aktuellen Delegierten unseres neuen Bezirks Nordbaden zu sehen.